Heldenkraut mit Gaumenkick: Die Schafgarbe

Mild wie es aktuell ist, trotzt in unserem Garten die Schafgarbe hartnäckig dem Winter. Das Wildkraut, das vor zwei Jahren erstmalig in einem der Beete aufgetaucht ist, hat sich im vergangenen Sommer stark ausgebreitet und steht auch Monate nach der Blüte mit vielen dichten, buschigen Blättern da. Allerdings biegen sich diese nun mehr und mehr zu Boden und einige der feingefiederten Blätter verfärben sich rotbraun. An einem trockenen Tag ernte ich daher noch einmal einen großen Strauß – denn die herb-würzige Schafgarbe schmeckt mir das ganze Jahr.
Wie sie zum köstlichen Kick für den Gaumen wird? Hier geht’s zu den Rezepten.

Venusbraue und Achilles-Kraut

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„Augenbraue der Venus“: die feingefiederten Blätter der Schafgarbe.

Wenn die wildwachsende Wiesen-Schafgarbe zwischen Juni und Oktober blüht, zeigt sie viele kleine meist weiß-rosa Korbblütenköpfe, die dem Blütenstiel an unterschiedlichen Punkten entspringen. Typisch für die „Gewöhnliche oder Wiesen-Schafgarbe“, lateinisch Achillea millefolium, sind ihre fedrigen 2 bis 3fach gefiederten Blättchen, die häufig dicht an dicht sitzen. Eine fast kuschelig buschige Optik, in der Mitte breiter als an den Enden – so dass die Pflanze auch „Augenbraue der Venus“ genannt wird. Ebenfalls typisch: der intensiv-würzige Geruch, der mich ein wenig an Muskat erinnert. Nur frischer und aromatischer.

Neben dem ätherischen Öl, dass für diesen Geruch verantwortlich ist, enthält die Schafgarbe reichlich Gerb- und Bitterstoffe. Dazu kommen Flavonoide, Cumarin, Schleimstoffe sowie Vitamine und reichlich Mineralien – speziell Kupfer und Kalium. Dieser Mix ist für die entzündungshemmende und auch verdauungsausgleichende Wirkung des Krautes verantwortlich. Kauft man Schafgarbenkraut als Tee in der Apotheke, findet man die positive Wirkung bei leichten Magen-Darm-Problemen auf dem Etikett benannt. Die Volksheilkunde schreibt ihr darüber hinaus zu, beruhigend und appetitanregend, blutreinigend und allgemein kräftigend zu wirken. Als naturheilkundlich eingesetztes Frauenkraut reguliert sie Menstruationsstörungen und lindert Krämpfe. Die blutstillende Wirkung des „Achilles-Krautes“ – deshalb Achillea – soll der Legende nach bereits Held und Feldherr Achilles genutzt haben, um nach der Schlacht die blutenden Wunden seiner Soldaten zu versorgen. In China wird Schafgarbe sogar schon seit ca. 4000 Jahren als Heilmittel verwendet. Und es heißt, Schafe würden besonders gerne Schafgarbe fressen, wenn sie Bauchweh haben. Allergiker sollten allerdings aufpassen: Wer auf Korbblütler empfindlich reagiert, tut dies vermutlich auch bei Schafgarbe.

Bitter macht fitter
Für mich ist eine der besten Eigenschaften der Schafgarbe jedoch ihr Geschmack: Herb-würzig, sehr aromatisch, muskatähnlich und leicht bitter eignet sie sich vor allem als Würzkraut. Und das besonders im Winter: Bitterstoffe regen den gesamten Organismus an und aktivieren die „Fettverbrenner“ im Körper, Flavonoide schützen die Zellen, Gerbstoffe hemmen Entzündungen. Ein echtes Vorsorge-Superfood. Was will ich eigentlich mehr? Klar: Den Genuss.

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